Im Cosmotheoros zeigt Huygens, dass ein Blick aus dem Abstand den weltlichen Herrschern gut tun würde: sie müssen ihre Streitigkeiten und ihr borniertes Eigeninteresse in Perspektive sehen, also „relativieren“:
„Von meiner Darstellung kann man sich
überzeugen lassen, wie riesig das Sonnensystem ist und wie unbedeutend die kleine Erdkugel ist, auf der wir so viel unternehmen, so viele Schiffreisen machen, und so viele Kriege führen. Wollte Gott, dass unsere Könige und Monarchen dieses erkennen und überlegen mögen, so dass sie sähen, wie schlecht sie handeln, wenn sie sich mit allen Kräften und vieler Menschen Not abmühen, um eine kleine Ecke dieser Erde zu besetzen.“
Kürzlich erzählte der niederländisch-amerikanische Astronaut Lodewijk van den Berg von seinen Erlebnissen im Weltraum. Er machte eine beeindruckende innerliche Erfahrung:
„Die ganze Art, wie man die Erde sieht, verändert sich völlig. Wir sprechen über die Globalisierung der Wirtschaft, der Medien und der Politik. Aber ich habe die Erde wahrhaftig global gesehen. In einem Moment flogen wir über Shanghai, und zwölf Minuten später über San Franzisco. Da unten wohnen ganz verschiedenen Menschen, aber das merkt man nicht mehr. Wir wohnen alle auf diesem ziemlich kleinen Planeten. Man sieht Deutschland und Frankreich direkt nebeneinander liegen, man schießt drüber hinweg. Man fragt sich, warum die Länder eigentlich je Krieg geführt haben. Van den Berg erzählt auch, dass viele Astronauten frühere Piloten sind. Die meisten sind darauf gedrillt, um anzufallen. Aber ehemalige Astronauten werden bei der Luftwaffe nie mehr angenommen. Denn der Drive anzugreifen ist verschwunden.
Sie sehen den Feind nicht mehr nach so einer
Raumfahrt.“

Hier ein Gedicht van Marie Louise Kaschnitz:
Juni
Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.
Einer Insel gleich trieb sie im Winde.
Prangend trug sie durch den reinen Himmel
Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.
Funkelnd lagen ihre blauen Seen,
Ihre Ströme zwischen Wiesenufern.
Rauschen ging durch ihre lichten Wälder,
Grosse Vögel folgten ihrem Flug.
Voll von jungen Tieren war die Erde.
Fohlen jagten auf den grellen Weiden,
Vögel reckten schreiend sich im Neste,
Gurrend rührte sich im Schilf die Brut.
Bei den roten Häusern im Holunder
Trieben Kinder lärmend ihre Kreisel.
Singend flochten sie auf gelben Wiesen
Ketten sich aus Halm und Löwenzahn.
Unaufhörlich neigten sich die grünen
Jungen Felder in des Windes Atem,
Drehten sich der Mühlen schwere Flügel,
Neigten sich die Segel auf dem Haff.
Unaufhörlich trieb die junge Erde
Durch das siebenfache Licht des Himmels.
Flüchtig nur wie einer Wolke Schatten
Lag auf ihrem Angesicht die Nacht.
(1935)
…..
Allerdings bezweifle ich, ob die kommerzielle Raumfahrt den Pazifismus fördern wird….
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