Christiaan Huygens-

damals und heute

Jahreszeiten auf Kepler-22b

no comment
Möglicherweise ist das gemäßigte und abwechselnde Klima der Erde eine Voraussetzung für das Entstehen von Leben. Möglicherweise sind auch die irdischen Jahreszeiten eine Voraussetzung für das Entstehen von Leben.
Ich habe noch wenig über eine eventuelle Neigung der Rotationsachse des Exoplaneten Kepler-22b gelesen. Gibt es wohl Jahreszeiten auf „unserem Zwillingsplaneten“?
.


Die Jahreszeiten auf der Erde werden dadurch verursacht, dass die Rotationsachse der Erde gekippt ist :

Die Erde bewegt sich um die Sonne auf einer Ebene die Ekliptik genannt wird. Die Rotationsachse der Erde ist geneigt mit einem Winkel zwischen Äquator und Ekliptik von ca 23 Grad. Die geneigte Erde bewegt sich um die Sonne, wobei die Achse immer parallel bleibt. So ist die nördliche Halbkugel der Sonne im Juni näher, während die südliche Halbkugel der Sonne im Dezember näher ist.

:

 

Keineswegs alle Planeten haben so eine Bahnneigung, die Jahreszeiten verursacht.

Christiaan Huygens schrieb in seinem letzten Buch Cosmotheoros (1698) über intelligentes Leben auf anderen Planeten. Er versetzt sich im Geiste auf die anderen Planeten und beschreibt, was ein Beobachter von den Planeten aus sehen und erleben würde. Huygens beschreibt, so gut er kann, auch die Jahreszeiten auf allen Planeten.

Er fängt mit Merkur an. Dieser Planet ist der Sonne am nächsten und kann nur schwer mit dem Teleskop beobachtet werden. Deswegen wusste Huygens nicht, ob die Achse des Merkur geneigt ist und ob dieser Planet Jahreszeiten hat- aber wir wissen jetzt, dass die Achse des Merkur kaum geneigt ist.

Über die Achsenneigung der Venus weiß Huygens auch nichts, aber wir wissen, dass dieser Planet, so wie Merkur, keine Achsenneigung und also auch keine Jahreszeiten hat.  Dann schreibt Huygens über den Mars, der nach seiner Meinung keine Jahreszeiten hat- aber wir wissen jetzt, dass der Mars sehr wohl geneigt ist und deswegen auch Jahreszeiten hat.

Aber Huygens hat dann recht, was den Jupiter betrifft: keine Achsenneigung und keine Jahreszeiten.

Und schließlich der Saturn, Huygens‘ liebster Planet: dieser Planet ist am interessantesten, denn die Achsenschiefe ist hier stärker ausgeprägt als auf der Erde. Huygens, der glaubt zu wissen, dass der Saturn bewohnt ist, ist sich unsicher, ob die Pole dort wohl bewohnt sein können. An den Polen ist es, sagt Huygens, wohl zu kalt.

Maria Trepp www.passagenproject.com

Unsere Zwillinge auf dem Zwillingplaneten Kepler-22b

1 comment

Sowohl Johannes Kepler als auch Christiaan Huygens schrieben halb im Scherz und halb im Ernst über die Existenz von Astronomen auf anderen Planeten. Huygens betonte in seinem letzten Text Cosmotheoros, dass wir niemals unterstellen dürfen, dass die Bewohner anderer Planeten weniger entwickelt sind als wir, oder weniger zustande bringen als wir- also werden sie wohl auch die Astronomie betreiben.

Astronom auf Kepler 22-b

Also dann, unsere Zwillingsastronomen auf unserem Zwillingsplaneten Kepler-22b, was sehen sie, wenn sie, so wie wir, ihren Zwillingsplaneten jetzt gerade entdeckt haben? Wir wollen annehmen, dass sie bessere Teleskope als wir haben, und die Erde ausgezeichnet einzoomen können.

Kepler -22b ist 600 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Unsere Zwillinge sehen jetzt die Erde zum Beginn des 15. Jahrhunderts.

Sie sehen die Entdeckungsreisenden über die Meere fahren.

Das lässt ihr Herz schneller klopfen, denn natürlich kennen unsere Zwillinge das auch: Entdeckungsreisen, Schifffahrt.

Christiaan Huygens schreibt im Cosmotheoros:

„Wenn auf den Planeten die Fläche der Kugel auch aufgeteilt ist in Land und Meer, […] dann haben wir sehr guten Grund anzunehmen, dass die Planetenbewohner sich auch der Seefahrt bedienen- denn wie könnte man sonst eine so große und nützliche Sache ohne Vermessenheit unserer Erdkugel alleine zuschreiben. […] Wenn sie nun Gebrauch machen von Schiffen, müssen sie auch noch viele Dinge, die dazu gehören, haben: Segel, Anker, Seile, Winden, Steuerruder, und auch deren besonderen Gebrauch, wie bei uns, wo man trotz Gegenwinden auch leicht gegen den Wind fahren kann. Auch der Seekompass darf bei ihnen nicht fehlen, denn der Magnetismus ist eine Sache, die auch auf den übrigen Planeten vermutet werden muss.”

Maria Trepp   www.passagenproject.com
Dieser Text erschien auch auf meinem niederländischen Weblog

und auf meinem englischen Blog
Our twins on twin planet Kepler-22b

Alle Texte

Categories

Tags

Archives