Christiaan Huygens-

damals und heute

Christiaan Huygens, Kopernikanismus und katholische Kirche

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Christiaan Huygens’ letzter Text Cosmotheoros (1698) ist ein populärwissenschaftlicher Text, der das kopernikanische Weltbild verteidigt und veranschaulicht; ein frühaufklärerischer Text, der zusammen mit anderen Schriften wie der von Fontenelle (Unterhaltungen über die Vielzahl der Welten, 1686) am Beginn der starken Popularisierung der Naturwissenschaften stand.


Das Werben um das kopernikanische System war zum Ende des 17. Jahrhunderts sicher noch nötig. Zwar war schon Galilei war überzeugt, dass seine astronomischen Beobachtungen das heliozentrische Weltbild des Nicolaus Copernicus stützten, dennoch gab es im 17. Jahrhundert keinen zwingenden Beweis für das kopernikanische Weltbild: sämtliche Beobachtungen, so wie die Monde um Jupiter und Saturn oder die Venus-Phasen, waren auch mit dem geozentrischen Weltmodell des Tycho Brahe kompatibel, in dem sich Sonne und Mond um die Erde, die übrigen Planeten aber um die Sonne drehen. Es gelang erst James Bradley im Jahr 1729 die Eigenbewegung der Erde gegenüber der Fixsternsphäre nachzuweisen und damit das geozentrische Modell endgültig zu entkräften.
Die katholische Kirche hielt auch noch zur Zeit von Huygens fest am Modell des Tycho Brahe.

Modell des Tycho Brahe , in dem sich Sonne und Mond um die Erde, die übrigen Planeten aber um die Sonne drehen

Das Modell des Kopernikus war seit 1616 verboten; dieses Verbot wurde erst 1822 aufgehoben. Huygens selbst stieß mit seinem Systema Saturnium (1659, ausführlicher siehe hier) bei der Inquisition auf Widerstand. Als Huygens 1659 seine Beobachtungen am Saturn, den neuen Mond Titan und das Ringsystem, in Systema Saturnium, publizierte, bekam er Probleme mit der katholischen Kirche, die seine Entdeckungen als ketzerisch beurteilte, weil diese das kopernikanische System stützten. Der Jesuit Honoré Fabri und der Instrumentenmacher Eustachio Divini publizierten eine Wiederlegung der Beobachtungen und Theorien von Huygens, worauf dieser mit einer Verteidigungsschrift kam. Schließlich kam eine Beurteilungskommission unter Leitung von Giovanni Alfonso Borelli zur Schlussfolgerung, dass Huygens recht hatte. Im Auftrag der Kommission wurde ein Schalenmodell des Saturns und seines Ringes gebaut, und dieses dann aus dem Abstand mit einem Fernrohr betrachtet, wobei man genau die wahrgenommenen Scheingestalten des Saturns fand.

Maria Trepp

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