Christiaan Huygens-

damals und heute

Christiaan Huygens, Domenico Cassini und John Flamsteed

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Obwohl Huygens selbst als „Cosmotheoros/ Weltbetrachter“ nicht nur astronomischer Beobachter, sondern vor allem auch Theoretiker war, hatte er großen Respekt vor den Astronomen, die, anders als er selbst, jahr- und jahrzehntelang Nacht für Nacht geduldige astronomische Beobachtungen machten.

„[…] So wurde alles mit viel Mühe und schlaflosen Nächten festgestellt“ schreibt Huygens im Cosmotheoros. Dies ist eine Anerkennung des Werks von Cassini, der, wie Huygens an seinen Bruder Lodewijk schrieb, in seinem Observatorium wohnte, und keine klare Nacht ausließ bei seiner Arbeit.

Im Cosmotheoros schreibt Huygens:
Einen Mond des Saturns habe ich selbst kürzlich entdeckt, den hellsten und bis auf einen anderen auch äußersten Mond; diesen habe ich 1655 mit meinen Ferngläsern, deren Rohr nicht mehr dann zwölf Fuß lang ist, als erster gefunden. Die übrigen hat Herr Domenico Cassini durch überaus fleißige Beobachtungen entdeckt, mit Gläsern, die Johannes Campus geschliffen hat für eine Rohrlänge von 36 und später sogar 136 Fuß. Den dritten und fünften Mond habe ich 1672, als Cassini diese Monde mir selbst gezeigt hat, gesehen, und sie auch danach noch öfter gesehen. 1684 hat Cassini mir geschrieben, dass er auch den ersten und den zweiten Mond gefunden hätte. Diese sind aber sehr schwer zu sehen, und ich kann nicht sicher sagen, dass ich einen davon mit Sicherheit erblickt habe. Jedoch habe ich keinerlei Bedenken, Cassini, diesem vortrefflichen Mann, zu glauben, und auch diese zu den Begleitern des Saturns zu zählen.“


Domenico Cassini, der französische Astronom und Mathematiker italienischer Herkunft, war wie Christiaan Huygens Mitglied der Académie des Sciences in Paris. Nach Huygens‘ Entdeckung des ersten Saturnmondes entdeckte er weitere Saturnmonde (1671 Japetus und 1672 Rhea) und 1675 erstmals die Lücke im Saturnring, die heute Cassinische Teilung heißt. Die Teleskope von Eustachio Divini und Giuseppe Campani ermöglichten Cassini spektakuläre Entdeckungen. Mit Hilfe des Großen Roten Flecks auf dem Jupiter bestimmte Cassini dessen Eigendrehung (1665), auch hierüber schreibt Huygens.
Zusammen mit Cassini stellte Huygens 1670 fest, ob seine Vorhersagen über die Form des Planeten Saturn eintreffen würden, was dann tatsächlich der Fall war. Von dem Antagonismus, der das Verhältnis von Huygens en Cassini wegen des sehr unterschiedlichen Charakters und der Arbeitsweise dieser beiden Wissenschaftler bestimmt haben soll, ist im Cosmotheoros nichts zu spüren, im Gegenteil.


Huygens nennt auch den britischen Astronomen Flamsteed:
„ […] Denn wenn die Erde von der Sonne zehn- oder elftausend ihrer eigenen Durchmesser entfernt ist, wie der Herr Cassini in Frankreich und bei den Engländern der Herr Flamsteed aus den schärfsten Beobachtungen der Parallaxe des Mars entnehmen […]“
Huygens hatte den Astronomen des Observatoriums in Greenwich, John Flamsteed, auf seiner Englandreise besucht; und auch der Bruder Constantijn Huygens hat Flamsteed in seinem Observatorium aufgesucht. Die positive Erwähnung Flamsteeds bei Huygens steht im Kontrast zum Verhältnis zwischen Isaac Newton und Flamsteed. Newton war in einen hässlichen Konflikt mit Flamsteed verwickelt und verwendete dessen Messungen, ohne ihn zu nennen. Huygens ist dagegen offensichtlich sehr bemüht, den handwerklichen Astronomen Ehre zu erweisen.

John Flamsteed

Maria Trepp

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