Im siebzehnten Jahrhundert wurden viele ungewöhnliche Naturphänomene wie Kometen in einer neuen Weise interpretiert.
Der Komet von 1680-1681 wird weithin als ein Wendepunkt im Denken über Kometen angesehen. In diesen Jahren veröffentlichten der französische Philosoph Pierre Bayle und der niederländische Pfarrer Balthasar Bekker ihre berüchtigten Angriffe auf den ihrer Meinung nach rückständigen Aberglauben. Ihre damals heftig umstrittenen Schriften werden daher oft als radikaler Bruch mit der Vergangenheit und als Beginn der Aufklärung gesehen. Die Arbeiten von Bayle und Bekker werden oft direkt in Verbindung gebracht mit den Beobachtungen des Kometen, die die berühmten Philosophen Isaac Newton und Edmund Halley ausführten. Nach viel Rechenarbeit zogen die Engländer den Schluss, dass dieser Komet eine parabolische und somit vorhersehbare Bahn durchlaufen musste. Ihre wissenschaftliche Arbeit wird als Bruch mit der Vergangenheit gesehen.
Überall in Europa wurde der Komet von Naturphilosophen, Theologen und Laien aufmerksam beobachtet, und es erschienen hunderte Abhandlungen, in denen man über die Natur und Bedeutung dieses Wunderzeichens am Himmel spekulierte.
Christiaan Huygens schrieb am 27. Dezember 1680 aus der Académie des Sciences in Paris an seinen Vater Constantijn:
“Ich habe noch nie einen Kometen dieser Größe gesehen gesehen. Heute war hier rund um die Sternwarte eine riesige Menschenmenge versammelt, die glaubte, dass die Astronomen dieses Phänomen erklären und deuten konnten. “
Und C.D. Andriesse zitiert in seiner Huygens-Biographie auch noch diesen Brief von Christiaan Huygens:
“Es gibt schon einige Zeit lang einen Kometen, aber bis letzte Nacht konnte man hier nichts sehen. Um 5 Uhr, als der Himmel sich aufgeklärt hatte, stand er da, erstaunlich hell, und der sehr langen Schwanz (praktisch die Hälfte des Himmels) war markant. Einen solchen starken Kometen habe ich mein Leben lang nicht gesehen.”
Andriesse: “Die Frage war, ob der Komet, der im Dezember plötzlich über Paris erschien, im November auch schon kurz gesehen war. [Huygens] dachte nicht. Wie Giovanni Cassini und viele andere blieb er bei dem Vorurteil, dass Kometen sich entlang gerader Linien bewegen. Aber der Komet vom November raste an der Sonne entlang, und veränderte die Richtung, um einen Monat später wieder in die Nähe der Erde zu kommen.”
In seinem Cosmotheoros und in anderen Schriften greift Huygens Descartes an, und dessen Hypothese über Kometen, aber Huygens selbst hatte die Kometen nicht gut begriffen. Es war Newton, der in seinen Principia die parabolische Bahn des Kometen (später genannt Halleyscher Komet) beschrieben hat.

Komet im Teppich von Bayeux

Giotto, Komet über dem Stall von Bethlehem

William Turner, Komet, 1858

Wassily Kandinsky, Komet, 1900
Bei Christiaan Huygens selbst, und auch in der Einleitung des deutschen Übersetzers seines Cosmotheoros (1698), nimmt die christliche Rechtfertigung für eine anti-anthropozentrische Kosmologie, die dem Menschen die Sonderrolle raubt, einen wichtigen Platz ein. Huygens‘ deutscher Übersetzer, der Nürnberger Astronom Johann Philipp von Wurzelbau, findet in einer Reihe von Pauluszitaten eine physikotheologische Rechtfertigung zur Erforschung des Himmels.
Wurzelbau und Huygens erleben ein stark religiöses Gefühl beim Betrachten der „Wunder“werke Gottes. Beide sehen die besondere Rolle der Vorsehung Gottes bei der Ordnung der Natur. Im 17. Jahrhundert haben viele Denker, so auch Huygens, mit der theologischen Deutung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse eine Symbiose gefunden zwischen Theologie und Naturwissenschaften, die den wissenschaftlichen Fortschritt ermöglichte.
Huygens verteidigt sich gegen eventuelle religiöse Gegner: „Andere dagegen werden dasjenige, was wir als wahrscheinlich darstellen wollen, auffassen als etwas, das der Heiligen Schrift widerspricht, wenn hier die Rede ist von Erdkugeln, Tieren, von denen sogar einige mit Vernunft begabt sind. Von diesen Dingen aber spricht die Bibel nicht, ganz im Gegenteil, sie handelt nur von dieser Erde mit ihren Tieren und Pflanzen und dem Menschen als Herrn über alles. Diesen Einwänden entgegne ich, so wie es auch andere vor mir getan haben, dass Gott eben nicht über alle Einzelheiten der Schöpfung unterrichten wollte.“
In vielen Punkten wandelt Huygens in den Fußstapfen Galileis. Das Verhältnis von Kosmologie und Religion, das Huygens im „Cosmotheoros“ bespricht, hat auch Galilei ausführlich erörtert. Galilei hat sich mit dem Verhältnis von Naturwissenschaft und Glaube und besonders mit der Verträglichkeit des kopernikanischen Systems mit den Aussagen der Heiligen Schrift befasst. In seinem Brief an D. Benetto Castelli vom 21. Dezember 1613 betont Galilei, dass die Heilige Schrift zwar immer unanfechtbar wahr sei, jedoch die menschliche Interpretation fehlerhaft sein kann. Bei der menschlichen Interpretation dürfe man sich zum Beispiel nicht an bestimmte Worte klammern, da dies zum falschen Verständnis führt. Gott hat den Menschen Urteilskraft und Verstand gegeben, damit sie diese verwenden. Über die Astronomie stehe beinahe nichts in der Bibel, deshalb hat Gott den Menschen in dieser Sache nichts in der Heiligen Schrift mitzuteilen.
Bei Huygens wie bei Galilei ist Gott ein oberstes Wesen, der Erschaffer der Welt. Er ist jedoch kein personaler Gott, kein Erlöser oder Gott des Heils. Huygens’ Gott ähnelt dem Gott Galileis und dem Gott von Leibniz. Jedoch geht Huygens nicht so weit wie Spinoza (den Huygens persönlich kannte und mit dem er über das Linsenschleifen korrespondierte). Gott und Natur fallen für Huygens nicht so zusammen wie für Spinoza; Huygens ist kein Pantheist. Die Teleologie und die Vorbestimmung in Huygens’ Gottesbild passen nicht in das Weltbild von Spinoza. Jonathan Israel beschreibt den persönlichen Antagonismus zwischen Spinoza und Huygens, welcher auf vielen Faktoren beruhte, unter anderem auf Spinozas Cartesianismus (Radical Enlightenment, S. 246-252). Leider ist Huygens‘ Antwort auf die Frage von Leibniz (1679), was Huygens von Spinozas Ethik fand, nicht bewahrt geblieben.
Auffällig ist bei Huygens, dass er die Naturwissenschaft als „Gottesdienst“ auffasst: man kann Gott dienen, indem man seine Werke studiert und bewundert.
Huygens: “Und daraus können wir folgern, dass das Geschick und die scharfen Sinne den Menschen dazu gegeben sind, dass sie dadurch das Wissen von der Natur nach und nach erlangen und sich durch nichts abhalten lassen sollten, diese Dinge weiter zu untersuchen und eifrig nachzuforschen.“
„Wie aber würde ein solcher Mensch Gott nicht hoch verehren und preisen, der solche Dinge gewirkt und erschaffen hat, dessen Vorsehung und wunderbare Weisheit hier immer wieder verteidigt wird, und zwar gegen diejenigen, die sagen, dass die Erde aus zufälligen Staubkörnchen entstanden ist, oder überhaupt keinen Anfang gehabt habe.“
Huygens‘ natürliche Theologie, die die Schöpfung als ein „Buch der Natur“ liest, kann sich auf das belgische Glaubensbekenntnis von 1619 berufen, die Grundlage der niederländischen reformierten Kirche, wo im zweiten Artikel von 1619 festgestellt wird (mit dem Hinweis auf Paulus; siehe auch Wurzelbaus Argumentation), dass wir Gott auf zwei verschiedene Weisen kennen: erstens [!] durch die Schöpfung und zweitens durch Gottes Wort. (Jorink, S. 20)
Christiaan Huygens, der in seinem Text Cosmotheoros über außerirdisches Leben phantasiert, denkt auch scharf nach über die Bedingungen des menschlichen Lebens.
Er, der selbst im Mikroskop Samenzellen sehen konnte, wendet sich scharf gegen die Argumentation der sogenannte „Spontanzeugung“, eine Denkrichtung, die schon seit Aristoteles wiederholt, dass Lebewesen spontan aus zuvor unbelebter Materie entstehen können.
Huygens nennt im Cosmotheoros zwei beliebte Legenden von Spontanzeugung, die Entenbäume (goose barnacle), und Mäuse und Reptilien aus Nilschlamm, und weist diese Märchen ab:
„Wenn man eine andere Art der Fortpflanzung ersinnen wollte, etwa so wie von Bäumen, von denen man lange geglaubt hat, dass auf ihnen in Britannien Enten wachsen können, dann ist jedoch klar, dass dies wegen des großen Unterschieds zwischen Holz und Fleisch ganz wider die Vernunft ist. Oder wenn man meinen würde, dass Tiere aus Schlamm entstehen können, wie man von den Mäusen in Ägypten sagt, so sieht jeder, der die Natur fleißig erkundet, dass dieses ihrer Ordnung zuwider liefe.“
Noch bei Shakespeare und bei Huygens’ Zeitgenossen Izaak Walton findet sich der Gedanke, dass aus dem Schlamm in Ägypten unter Sonneneinwirkung Reptilien entstehen.
Shakespeare, Anthony and Cleopatra, 2,7:
Lep.
Your Serpent of Egypt, is bred now of your mud
by the operation of your Sun: so is your Crocodile.”
Was die Entenbäume betrifft, so erzählt noch Adriaen Coenen in seinem Visboeck aus dem 16. Jahrhundert von Entenbäumen und macht IIllustrationen.

Auch Jacob van Maerlant hat Entenbäume beschrieben:

Nach dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm ist ein Entenbaum ein am Meeresufer wachsender Baum mit muschelartigen Früchten. Nach der Legende sollen aus diesen Früchten, wenn sie ins Wasser fallen, kleine Enten schlüpfen.
Victor Petriconi schreibt in Percebes und die Sage vom Entenbaum: „Die Diskussion über den merkwürdigen Baum, dessen abgerissene Äste mit den daran wachsenden “Muscheln” immer mal wieder anstranden, durchzog das ganze Mittelalter bis ins 18. Jh. hinein. Viele deuteten die aus den an Treibholz wachsenden “Muscheln” herausragenden Fangarme der kleinen Krebse als bereits entwickelte Federchen der künftigen Enten, bzw. Gänse, und der Kosmograph Hector Boethius schreibt 1526: „ … So werden doch unseres Wissens einzig und allein [die Gänse] durch die Beschaffenheit der Meere erzeugt. … so glaube ich, dass diese Gänse auf den Bäumen wachsen, mit den Schnäbeln daran hängend, ungefähr wie Äpfel und andere Früchte mit ihren Stielen an den Zweigen hängen.” Mitte des 16. Jh. gelangte der Entenbaum in die Kräuterbücher, wo ihn der Theologe Sebastian Münster bedenkenlos abbildet, ja der Mythos pflanzt sich fort und Caspar Baudin errichtet um 1623 in seiner Historia plantarum universalis eine ganze Sektion “Arbores anatiferae” (Abteilung Entenbäume) mit mehreren Untersektionen.“
Johannes Kepler beschreibt in seiner Erzählung Somnium über Lebewesen auf dem Mond, die aus einer Art Pinienzapfen entstehen, und verweist in Fußnote 221 auf die Entenbäume in Schottland.
Maria Trepp
[Dies ist Teil 2 der Serie über Christiaan Huygens, Teil 1 siehe hier]
Cosmotheoros, „Der Weltbetrachter“, der letzte Text von Christiaan Huygens, ist auf Latein geschrieben, für Christiaans Bruder Constantijn („Geschrieben von Christiaan Huygens für seinen Bruder Constantijn, Geheimrat der königlichen Majestät von Großbritannien“) , aber der Text war zugleich auch bestimmt für andere Leser (die auch angesprochen werden), um diesen ein Bild zu geben von unserem Sonnensystem und den umringenden Sternen. Das ursprüngliche lateinische Manuskript wurde posthum 1698 als Christinani Huygenii Κοσμοθεωρος publiziert. In den Jahren danach erschienen niederländische, englische, deutsche, russische und schwedische Übersetzungen. Die deutsche Übersetzung des Astronomen Johann Philipp von Wurzelbau erschien 1703 bei Lanckischens Erben und ist online zugänglich in der Sächsischen Landesbibliothek.
Der Adressat des als Briefes verfassten Textes „Cosmotheoros“ ist der ältere Bruder Christiaans, Constantijn Huygens Junior, geboren 1628 – ein Jahr vor Christiaan-, und gestorben 1697, zwei Jahre nach Christiaan. Constantijn war, wie auch der Vater Constantijn Huygens (Senior), ein niederländischer Staatsmann. Zusammen mit seinem Bruder Christiaan baute Constantijn jr. wissenschaftliche Instrumente wie Fernrohre und Mikroskope. Er ist mit seinen Tagebüchern auch bekannt geworden als Chronist seiner Zeit.
Constantijn Huygens jr
Christiaan spricht im „Cosmotheoros“ seinen geliebten Bruder direkt an, „Ich hoffe, dass Du, mein Bruder, dies mit besonderer Freude lesen wirst, nachdem Du Dich so sehr für das Außerirdische interessierst“, und nimmt wiederholt Bezug auf die gemeinsame Herstellung von Linsen und Fernrohren „…Daran erinnere ich mich noch mit Lust, und auch an unsere Mühe beim Fertigmachen und Schleifen der Linsen, wobei wir immer wieder neue Möglichkeiten und Werkzeuge erdachten und hiervon nicht genug bekommen konnten“. Auch die lange Abwesenheit des Bruders im Ausland kommt wiederholt zur Sprache:„Ich erinnere mich hierbei daran, als Du und ich durch unsere langen Ferngläser zu den Sternen sahen -wofür wir jetzt keine Gelegenheit mehr haben, denn Du, mein Bruder, bist oft jahrelang in geschäftlichen Angelegenheit abwesend“. Als Christiaan Huygens 1650 begann, sich für Ferngläser zu interessieren, half sein Bruder ihm beim Herstellen der Linsen. Mit dem ersten Teleskop, das die Brüder machten, entdeckte Christiaan den Saturn-Mond Titan. Die Brüder konstruierten immer größere Teleskopobjektive mit immer größeren Durchmesser und Brandpunktabstand; hier das 120-Fuß-Fernrohr der Brüder:

Constantijn Huygens war ab 1689 Sekretär bei Wilhelm von Oranien, der Wilhelm III. von England wurde. Constantijn lebte meist in London, wo Christiaan ihn besuchte und dabei auch persönlich in Kontakt kam mit Newton und mit Boyle.
Maria Trepp
Mein Interesse für Christiaan Huygens, den niederländischen Naturwissenschaftler und Astronomen des 17. Jahrhunderts, wurde durch die Publikationen des Leidener Astrophysikers/Kosmologen Vincent Icke geweckt.
Als deutsche Germanistin in den Niederlanden habe ich 2001 meinen Abschluss an der Universität Leiden erhalten mit einer Arbeit über Brecht und Dürrenmatt, und über deren Dramen und Essays über Galilei, Einstein und die moderne Naturwissenschaft. Während ich an meiner Abschlussarbeit schrieb, erschienen jeden Monat Zeitungskolumnen von Vincent Icke, die sich mit den für mich relevanten Themen wie Wissenschaft und Gesellschaft; Geschichte der Naturwissenschaft; Galilei, Einstein usw. auseinandersetzten. Icke schrieb auch über Christiaan Huygens, und ich stellte fest, dass es nicht viel Material gab, das die Arbeit dieses wichtigen niederländischen Wissenschaftlers behandelt. Später (2005, 2009) hat Vincent Icke selbst zwei kleine Bücher über Huygens verfasst, mit viel anschaulichem, illustrativen Material. Auch beschäftigte Icke sich ausführlich mit dem letzten Text, den Huygens fertigstellte, dem „Cosmotheoros“ (1698, posthum), einem Text, der, wie ich bald sah, faszinierendes Material nicht nur für Naturwissenschaftler enthält, sondern auch für Literaturwissenschaftler, und ebenso auch für Laien; mit anderen Worten, für ein sehr breites Publikum. Die Astronomie und Raumfahrt befinden sich in einer starken Entwicklung, und das Interesse des Öffentlichkeit an neuen Ergebnissen ist groß. Es ist faszinierend, die aktuellen Erkenntnisse über Struktur der Planeten, des Sonnensystems und die Diskussion über Leben auf anderen Planeten zu vergleichen mit den Einsichten, Visionen und Phantasien von Christiaan Huygens, die nicht nur da fesseln, wo er visionär Dinge korrekt vorhergesagt hat, sondern auch in den Punkten, wo er sich täuschte und man heute mehr weiß.
Icke wirbt um ein breites Verständnis für die Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit, und hat sich mit großem Einsatz und Erfolg darum bemüht, Christiaan Huygens in den Niederlanden bekannter zu machen.
Mit Kolumnen, Büchern, Interviews und einem leicht ironischen Wettbewerb zum Thema „Wer ist der größte Physiker aller Zeiten?“ (Huygens kam mit durch den Einsatz Ickes auf Platz 2 nach Einstein) gelang es Icke, beim großen Publikum und auch bei mir Interesse zu wecken für die Bedeutung des relativ unbekannten Christiaan Huygens, der für Icke der größte Physiker ist.

Christiaan Huygens
Christiaan Huygens (1629 – 1695) war einer der wichtigsten Begründer der modernen Physik, die zum Ende des sechzehnten und Beginn des siebzehnten Jahrhunderts entstand. Er ist der Begründer der Wellentheorie des Lichts, formulierte ein Relativitätsprinzip, untersuchte den elastischen Stoß, beschrieb die Zentrifugalkraft und konstruierte die ersten Pendeluhren. Mit von ihm verbesserten Teleskopen gelangen ihm wichtige astronomische Entdeckungen, so zum Beispiel die Entdeckung des größten Mondes van Saturn, Titan. Auch erklärter er als erster korrekt den Ring um Saturn.Ich gebe hier Vincent Icke das Wort in der Angelegenheit Christiaan Huygens:
„Physik ist meine Passion, und in der Physik ist Christiaan Huygens mein Held. Newton war ein größerer Mathematiker, aber er griff nach mathematischen Axiomen anstatt nach physikalischen Prinzipien. Einstein war ein größerer Physiker, aber er brauchte nicht mehr zu entdecken, dass die Mathematik in das Zaumzeug der Natur gebracht werden muss, anstatt umgekehrt.“„Huygens war in alle Richtungen engagiert, aber publizierte beinahe nichts. Zu seiner Ehre und zu seinem Andenken erzähle ich über seine Beobachtungen: das Herstellen der Instrumente und das Schleifen der Teleskoplinsen, das nächtelange Spähen nach Nebeln und Planeten. Ich erzähle auch von seinem Engagement in der Kunst, oder jedenfalls der angewandten Kunst, im Dienste der Erklärung. Ich erzähle über Huygens als den Grundleger der klassischen Mechanik, der ersten echten Relativitätstheorie der Welt; von Huygens, einem großen Baumeister der modernen Physik. Und schließlich erzähle ich von der heutigen Physik, dem Erbe von Huygens.“

Christiaan Huygens Cosmotheoros Titelseite
Icke schrieb ausführlich über den Cosmotheoros, eine literarische Phantasie, in der Christiaan Huygens das wissenschaftliche Weltbild seiner Zeit anschaulich macht, indem er seinen Bruder auf eine Reise zu den Tiefen unseres Sonnensystems mitnimmt. Es ist eine Reise voll treffender Bemerkungen über Physik und Astronomie und voll scharfer Bemerkungen über die Nichtigkeit und die Irrwege des Menschen. Der detaillierte Inhalt und das Funktionieren des damals bekannten Weltalls werden als ein Science Fiction wiedergegeben. Huygens verwendet seine literarische Phantasie, um ein physikalisch und astronomisch lebensechtes Bild des Sonnensystems wiederzugeben. Auch die Menschengesellschaft, die durch Krieg und Religionsstreit gegeißelt wurde, hat ihren Platz in Huygens‘ Reflexionen.
Fortsetzung folgt auf diesem Blog.
Wer neugierig ist kann HIER mehr lesen über Christiaan Huygens und seinen Cosmotheoros