Ich liebe Schatten, Schatten-Spiele, Farben, Seifenblasen, Kunstwerke aus Abfall, und Kunst, die Zuschauer einlädt, ein Teil vom Kunstwerk zu werden.
Die faszinierendste Installation in der Ausstellung ”Elixir: Der Video-organismus von Pipilotti Rist ‘ im Museum Boijmans , einem Gesamtkunstwerk von neun Rauminstallationen der Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist, ist darum für mich “Apple Tree Innocent Diamond Hill ‘ , 2003, eine Projektion auf Vorhängen, mit einem großen Ast eines Baumes, plus farblosen transparenten Verpackungsmaterialen.

Pippilotti Rist Apple Tree Innocent Diamond Hill foto Maria Trepp
Die Objekte hängen an einem großen Ast im Raum. Sie bilden eine vielschichtige Oberfläche für Lichtprojektionen und bewegte Bilder und werfen ihre Schatten auf den Vorhang dahinter.

Pippilotti Rist Apple Tree Innocent Diamond Hill foto Maria Trepp

Pippilotti Rist Apple Tree Innocent Diamond Hill foto Maria Trepp
“Es ist wichtig, dass man seinen Schatten mag, denn der Schatten ist das Wichtigste“, sagt Pipilotti in einem der kleinen Videos in der Ausstellung, wo sie selbst spricht. Sie ist Schweizerin und zitiert deutlich C.G. Jung, den Schweizer Psychologen des Schattens.
Doch ist die Ausstellung als Ganzes keine Hommage an den Schatten, sondern eher eine Hommage an eine Trance, die der Realität entflieht, und so die Wirklichkeit mit ihren drohenden Schatten beinahe leugnet.
Der Raumplan der Ausstellung erinnert an ein Lebewesen mit einem Magen, Herz und Lunge. Wie ein Video-Organismus ist diese Ausstellung aus dem Oeuvre Rists gewachsen.
Mit einem festen Team macht Pipilotti Rist seit Ende der 90er große Installationen. Video-, Audio-und Raumerlebnis spielen dabei eine gleichberechtigte Rolle. Einige der Installationen in Elixir wurden bereits in einer anderen Form für einen anderem Ort gemacht. So füllte “A la belle étoile“ im Jahr 2007 den riesigen Platz vor dem Centre Pompidou in Paris und wurde “Homo sapiens sapiens” für die Gewölbe der Kirche San Stae in Venedig im Jahr 2005 gemacht. Mit Installationen wie diesen gibt Pipilotti Rist den bestehenden Formen und dem Charakter der Architektur neue Energie. Rist schafft Welten, die frei und paradiesisch sind, aber auch melancholisch und hier und da gesellschaftskritisch.
In Elixir wurden die neuesten Installationen zum ersten Mal in einem großen Überblick zusammengebracht.
In einem der monumentalen Treppenhäuser des Museums ist außerdem jetzt eine permanente Video-Installation zu sehen, „Let Your Hair Down“
