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Goethe over de Vesuvius

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Turner, Vesuvius

Goethe schrijft in zijn Italienische Reise over de Vesuvius:


“Neapel, Dienstag, den 20. März 1787.
Die Kunde einer soeben ausbrechenden Lava, die, für Neapel unsichtbar,
nach Ottajano hinunterfließt, reizte mich, zum dritten Male den Vesuv zu
besuchen. […] und wir gingen mutig auf einen ungeheuren Dampf los,
der unterhalb des Kegelschlundes aus dem Berge brach; sodann schritten wir
an dessen Seite her gelind hinabwärts, bis wir endlich unter klarem Himmel
aus dem wilden Dampfgewölke die Lava hervorquellen sahen.
Man habe auch tausendmal von einem Gegenstande gehört, das Eigentümliche
desselben spricht nur zu uns aus dem unmittelbaren Anschauen. Die Lava war
schmal, vielleicht nicht breiter als zehn Fuß, allein die Art, wie sie
eine sanfte, ziemlich ebene Fläche hinabfloß, war auffallend genug; denn
indem sie während des Fortfließens an den Seiten und an der Oberfläche
verkühlt, so bildet sich ein Kanal, der sich immer erhöht, weil das
geschmolzene Material auch unterhalb des Feuerstroms erstarrt, welcher die
auf der Oberfläche schwimmenden Schlacken rechts und links gleichförmig
hinunterwirft, wodurch sich denn nach und nach ein Damm erhöht, auf
welchem der Glutstrom ruhig fortfließt wie ein Mühlbach. Wir gingen neben
dem ansehnlich erhöhten Damme her, die Schlacken rollten regelmäßig an den
Seiten herunter bis zu unsern Füßen. Durch einige Lücken des Kanals
konnten wir den Glutstrom von unten sehen und, wie er weiter hinabfloß,
ihn von oben beobachten.
Durch die hellste Sonne erschien die Glut verdüstert, nur ein mäßiger
Rauch stieg in die reine Luft. Ich hatte Verlangen, mich dem Punkte zu
nähern, wo sie aus dem Berge bricht; dort sollte sie, wie mein Führer
versicherte, sogleich Gewölb und Dach über sich her bilden, auf welchem er
öfters gestanden habe. Auch dieses zu sehen und zu erfahren, stiegen wir
den Berg wieder hinauf, um jenem Punkte von hintenher beizukommen.
Glücklicherweise fanden wir die Stelle durch einen lebhaften Windzug
entblößt, freilich nicht ganz, denn ringsum qualmte der Dampf aus tausend
Ritzen, und nun standen wir wirklich auf der breiartig gewundenen,
erstarrten Decke, die sich aber so weit vorwärts erstreckte, daß wir die
Lava nicht konnten herausquellen sehen.
Wir versuchten noch ein paar Dutzend Schritte, aber der Boden ward immer
glühender; sonneverfinsternd und erstickend wirbelte ein unüberwindlicher
Qualm. Der vorausgegangene Führer kehrte bald um, ergriff mich, und wir
entwanden uns diesem Höllenbrudel.
Nachdem wir die Augen an der Aussicht, Gaumen und Brust aber am Weine
gelabt, gingen wir umher, noch andere Zufälligkeiten dieses mitten im
Paradies aufgetürmten Höllengipfels zu beobachten. Einige Schlünde, die
als vulkanische Essen keinen Rauch, aber eine glühende Luft fortwährend
gewaltsam ausstoßen, betrachtete ich wieder mit Aufmerksamkeit. Ich sah
sie durchaus mit einem tropfsteinartigen Material tapeziert, welches
zitzen- und zapfenartig die Schlünde bis oben bekleidete. Bei der
Ungleichheit der Essen fanden sich mehrere dieser herabhängenden
Dunstprodukte ziemlich zur Hand, so daß wir sie mit unsern Stäben und
einigen hakenartigen Vorrichtungen gar wohl gewinnen konnten. Bei dem
Lavahändler hatte ich schon dergleichen Exemplare unter der Rubrik der
wirklichen Laven gefunden, und ich freute mich, entdeckt zu haben, daß es
vulkanischer Ruß sei, abgesetzt aus den heißen Schwaden, die darin
enthaltenen verflüchtigten mineralischen Teile offenbarend.
Der herrlichste Sonnenuntergang, ein himmlischer Abend erquickten mich auf
meiner Rückkehr; doch konnte ich empfinden, wie sinneverwirrend ein
ungeheurer Gegensatz sich erweise. Das Schreckliche zum Schönen, das
Schöne zum Schrecklichen, beides hebt einander auf und bringt eine
gleichgültige Empfindung hervor. Gewiß wäre der Neapolitaner ein anderer  Mensch, wenn er sich nicht zwischen Gott und Satan eingeklemmt fühlte
.

“[…] beides hebt einander auf “
Merkwaardige, Hegeliaanse en ongeloofwaardige reactie van Goethe, die zich blijkbaar geen raad weet met de heftige emoties. …

Goethe kijkt en luistert ook naar de mensen die eindeloos over de vulkaan spreken ,” ihres Deutens, Erzählens, Vergleichens, Streitens, wohin die Lava strömen werde”

Het stromen van de lava wordt voor Goethe een metafoor voor het vertellen.

Lees ook: Susan Sontag over Goethe en de Vesuvius: The Volcano lover.

 

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No Responses to “Goethe over de Vesuvius”

  1. anna schreef:

    Avatar van anna
    Een fraaie Fascinatie Maria,
    en een schitterende Turner.

    Annapolis

  2. Maria schreef:

    Avatar van Maria
    Als ram ben ikzelf natuurlijk ook verbonden met het element vuur…

  3. Ien Smits schreef:

    Avatar van Ien Smits
    Leuk om te lezen!
    Mijn alias is Dame Etna, zie avatar.
    Reactie is geredigeerd

  4. Klaverblad schreef:

    Avatar van Klaverblad
    Goethe’s Italiaanse Reis in januari in vertaling gelezen en uiteraard ook de Vesuvius-passage. Ik houd van solitaire objecten (zie mijn infoblok) over o.a. de Paracutin in Mexico. Dus was het voor mij leesplezier.

  5. Maria schreef:

    Avatar van Maria
    "Solitaire objecten", ik kijk het meteen na on je infoblok.
    Klinkt buitengewoon interessant.

  6. Phelan schreef:

    Avatar van Phelan
    @ Maria, en hoe vond jij Napels en de vulkaan? De winkelpassages met de Jugendstil motieven? De was in de kleine straatjes die overal wappert?
    – Schitterend schilderij trouwens! Nu zitten er in de hellingen van de vulkaan allemaal ultragevoelige sensoren die een uitbarsting al lang van te voren kunnen aan voelen komen…

  7. Ien Smits schreef:

    Avatar van Ien Smits
    Hoi Maria,
    Dat is mooi: passie. Ik noem het kwaadheid, maar het is gewoon passie, je hebt gelijk!

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